| Eigentlich
war es ein Wagnis:
wir wollten an einem Samstag die Geschichte Nürnbergs,
die mittelalterliche, aber auch die NS-Geschichte, kennen lernen.
Am Sonntag sollte die Umgebung erwandert werden.
Ein ganzes Wochenende mit Übernachtung - würden wir
überhaupt Teilnehmer finden?
Dann waren wir doch
schon zu acht, als wir uns am Nürnberger Hbf trafen und
zum Gelände der Reichsparteitage hinausfuhren.
Noch ein Telefonat mit dem Handy - dann konnte auch Monika noch
zu uns stoßen, die den Treffpunkt nicht gefunden hatte,
um unseren Rundgang durch das Nürnberger Reichsparteitags-Gelände
beim Dutzendteich zu beginnen.
Wir besuchten zuerst
eine idyllische Seenlandschaft, um zu erfahren, daß dies
eigentlich die Baustelle des größten Stadions werden
sollte, das je in Deutschland gebaut werden sollte. Vorbei an
der ehemaligen Aufmarschstraße und des Torso der riesigen
sog. Kongreßhalle gelangten wir zur Ausstellung "Reichsparteitage".
Der Gigantismus der NS-Bauten ließ uns erahnen, wie unwichtig
den Erbauern das einzelne Individuum war.
Sehr gelungen die Architektur der Ausstellungshalle, die wie
ein Keil den alten NS-Bau durchtrennt.
Nach zwei Stunden
Beschäftigung mit der NS-Geschichte stand allen der Sinn
nach Abwechslung.
Wir enterten eine
Tram und fuhren zur Haltestelle Wöhrder Wiese. Hier öffnet
sich ein ungewöhnlicher Zugang zur Altstadt durch ein tunnelartiges
Tor der Nürnberger Stadtmauer.
Nach einer Brotzeit erforschten wir noch das historische Nürnberg
von Hauptmarkt bis Burg.
Besonders beeindruckt waren wir von der Sebalduskirche.
Nachdem wir noch
den ungewöhnlichen und sehr dramatischen Brunnen "Ehekarussell"
gesehen hatten, zog es uns zum Ausklang in eine nahe gelegene
Bratwurst-Gaststätte.
Drei Nachteulen hatten
dann abends noch nicht genug und tourten noch zur blauen Nacht
der Musik, die zufällig an diesem Abend stattfand. Man
blieb im romantischen Krakauer Haus hängen, wo eine polnische
Klezmergruppe eine tolle Vorstellung gab.
Am Sonntagmorgen
fanden sich 8 Teilnehmer wieder wohlbehalten am Bahnhof ein,
wo wir den Pendolino nach Neuhaus/Pegnitz bestiegen. Nach rasanter
halbstündiger Fahrt angekommen begaben wir uns auf den
"karstkundlichen Wanderweg". Der Weg führte uns
an Karstquellen, Wiesen und Wäldern vorbei zu Höhlen
und Grotten. Bei der Mysteriengrotte rasteten wir und untersuchten
die Unterwelt mit der Taschenlampe.
Die Führung dann später durch die größte
Grotte am Weg, die Tropfsteinhöhle "Maxililiansgrotte",
beeindruckte alle.
Über die Felsformation "Steinerne Stadt" kehrten
wir wieder zurück nach Neuhaus, dessen Burg wir von weitem
schon sehen konnten.
Da Roland sehr zur Eile gedrängt hatte, konnte die Gruppe
die "herausgeschundene" Stunde zu einem Abschluß
mit Kaffee und Kuchen nutzen.
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