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Zu zehnt bestiegen wir Wanderer, ausgerüstet mit unseren
Wanderstiefeln und der sog. Wochenendcard der Bayerischen Oberlandbahn
zu 18 Euro, die BOB, die uns von München nach Holzkirchen
brachte. Etappenziel der Wanderung war das auf einem weithin
sichtbaren Hügel gelegene Franziskanerinnen-Kloster Reutberg
bei Sachsenkam mit seiner Brauerei und seinem Bräusstüberl.
Nachdem wir Holzkirchen passiert hatten, stiefelten wir schnurstracks
über die Bodenschneidstraße auf den Fichtenwald zu.
Waldgeruch und laue Frühlingsluft strömte unseren
Nasen entgegen. Die Route führte uns über Buch zunächst
bis Kleinhartpenning. Beim sonnigen Abstieg zum malerisch gelegenen
Hackensee stießen wir auf die ersten Frühjahrsboten:
Gelber Goldstern, zart lila blühende Leberblümchen,
weiße Märzenbecher, lila Herbstzeitlose (Krokusse,
die sowohl im Frühjahr als auch im Herbst blühen)
und den saftig gelben Huflattich. Der Wanderweg durch die hohen
Fichtenwälder forderte uns allerdings sportlich heraus.
Verharrschter Schnee, den die Sonnenstrahlen noch nicht erreicht
hatten und zahlreiche Eisflächen brachten uns auf dem Weg
ganz schön ins Schwitzen. Aber selbst der eine oder andere
Sturz verdarb uns nicht die gute Stimmung. Über Pelletsmühl,
Babenberg und Stubenbach erreichten wir den Reutberg. Leider
konnten wir die barocke Klosterkirche nicht näher besichtigen,
weil dort ein Gottesdienst stattfand. So nahmen wir bei strahlendem
Sonnenschein im mit alten Kastanien bewachsenen Biergarten Platz.
Der Blick auf die Berge, im Vordergrund Blomberg und Zwiesel,
war sagenhaft, der uns wenig später servierte Spanferkelbraten
ausgezeichnet. Auch die frischen Ausgezogenen - es handelt sich
dabei bekanntermaßen um Schmalznudeln und nicht um die
zuweilen am Hackensee sich tummelnden Nacktbader - waren köstlich.
Endziel war der BOB-Bahnhof Schaftlach. Der Weg dorthin führte
durch den Ort Sachsenkam. Hier bewunderten wir in zahlreichen
Gärten viele in exotischen Farben blühende, allerdings
noch ratzekahle Sträucher. Des Rätsels Lösung
wollt ihr wissen?... Leider hoppelte uns auf den nahen Wiesen
und dem sich anschließenden Waldstück kein Meister
Lampe mit bunt bemalten Eiern entgegen. Wahrscheinlich befand
er sich nach getaner Arbeit bereits im wohlverdienten Osterurlaub.
Vielen Dank an Nicole für diesen appetit anregenden Frühlingseindruck. |